Chiusi, die Hauptstraße
Detail des Scimmia-Grabmals
Geschichtlicher Abriss über die Stadt
Der berühmte Touristenort Chiusi, nur 2 km vom Ferienbauernhof La Torre Umbra entfernt und seit jeher von großer Bedeutung für die Geschichte des Tals, ist von beachtlichem historischen und landschaftlichen Interesse.
Die früher „Chamars“ genannte Stadt etruskischen Ursprungs erreichte ihre größte Blütezeit zwischen dem 7. und 6. Jh.v.Chr. Aufgrund der günstigen Lage nahm die Bedeutung der Stadt für den Handel schon ab dem 2. Jh.n.Chr. zu. Einerseits ermöglichte die Schiffbarkeit des Flusses Chiana, der in den Paglia (bei Orvieto) und dann in den Tiber mündete, eine direkte Verbindung mit Rom, andererseits waren dank der Nähe zu den Konsularstraßen intensive Handels- und Agraraktivitäten möglich.
Im 11. Jahrhundert wurde das Valdichiana-Tal ein Sumpfgebiet mit ungesundem Klima und auch Chiusi verfiel und entvölkerte sich. Doch ab Ende des 12. Jahrhunderts, als der Bischof Theobald II. die Signoria der Stadt übernahm, wurde das städtische Gefüge neu organisiert: Der politisch-religiöse Mittelpunkt erstreckte sich nach Osten (neue Kathedrale S. Secondiano); der militärische Kern befand sich auf dem westlichen Hügel, höchster Punkt der antiken Stadt, und die Zivilbevölkerung konzentrierte sich entlang Via Porsenna und Via Arunte.
Im 19. Jahrhundert, nach der Urbarmachung des Tals und einer strukturellen Neuorganisation, wurde schließlich die Bahnlinie nach Siena gebaut (1826), die der Stadt neue Impulse verlieh und die Grundlage für ihre heutige historische und gastronomische Bedeutung schuf.
Zu den historisch interessanten Bauwerken gehören das etruskische Bad, ein Bad aus dem 1. Jh.v.Chr., das sich genau unter dem heutigen Kampanile befindet, sowie verschiedene Gräber der Nekropolen aus dem 5. Jh.v.Chr. (Leone-Grab und Pellegrina-Grab). Im Nationalmuseum sind zahlreiche Fundstücke, Grabstatuen, Dekorationen und Skulpturen aus der etruskischen und römischen Zeit und dem Mittelalter ausgestellt.